Samstag, 1. Juni 2013

Besuch in der Dingfabrik in Köln

Ich hatte es mir schon so lange vorgenommen, mal in der Dingfabrik in Köln vorbeizuschauen, um zu sehen, was hier gewerkelt wird. Nicht zuletzt motiviert durch die Lektüre des Handmade Kultur-Magazins, in dem viele Selbermachideen zu finden sind, bei denen ich mit Nähmaschine und Schere wohl nicht mehr weiter komme. Auf dem Balkon Betongießen, es könnte etwas schwierig sein.



Wir haben erstmal cool rumgestanden und so getan, als würden wir hier hingehören zwischen Holzstaub, Kabeln, Elektronik, schwer identifizierbaren Gerätschaften und vor allem Chaos. Zuletzt stand ich vergleichbar verloren in so einer Werkstatt, als ich meinem Opa geholfen habe im Keller meiner Großeltern Holzkisten zusammenzubauen. Ich glaube ich hatte auch dabei letztlich vor allem die abschließende Malarbeit übernommen. 

Die Dingfabrik ist auf jeden Fall das Paradies für alle, die gerne Dinge selber machen. Auch die Geräte, die dafür gebraucht werden entstehen meist in Eigenarbeit. Zum Beispiel der Laser-Cutter Lasersaur, mit dem man computergesteuert zum Beispiel Holz oder Plexiglas zuschneiden kann.

Geräte gibt es in den vollgestopften vier Räumen der Dingfabrik ohne Ende. Sägen, Fräsemaschine, Schweißgerät, 3D-Drucker, Schleifmaschinen, und abgefahrene Eigenkreationen. Was man mit diesem Gerät anstellt, fragt mich nicht, ich bekomme es nicht mehr zusammen ... 


Um mit all den Handwerk-Fachworten, die Alex in seiner kleinen Führung durch die Räume am Bastelabend heraushaut, etwas anfangen zu können, hätte ich wohl noch ein paar Stunden mehr mit meinem Opa in der Werkstatt verbringen müssen. 

Was in der Dingfabrik passiert, übersteigt meinen DIY-Ehrgeiz zugegeben bei Weitem. Das heißt aber nicht. dass es für Leute wie mich, wie uns, dort nichts zu tun gibt. Was auch immer für eine Selbermachidee einen beschleicht, in der Dingfabrik ist man damit gut aufgehoben, angefangen beim Erstellen von Sprayvorlagen, Siebdruck oder auch mit einer Näharbeit, denn auch ein paar Nähmaschinen, unter anderem eine Ledernähmaschine, stehen hier bereit. Bald kommt noch eine Overlock-Maschine dazu, die Alex selbst dazusteuert. 


Die Dingfabrik zieht demnächst nach Köln Nippes um und hat dann weit mehr Platz zur Verfügung. Dann wird es zum Beispiel noch zusätzlich eine Dunkelkammer geben. Im Moment sind die Räume doch noch etwas beengt. Schwer vorstellbar, dass hier manchmal am Bastelnachmittag 40 Leute gleichzeitig herumwuseln. Diesem großen Andrang kann man als Vereinsmitglied aus dem Weg gehen. 23 Euro beträgt der normale Mitgliedsbeitrag, dann bekommt man einen Schlüssel und kann die Werkstatt jederzeit nutzen. 

Und als Bonner Bloggerin möchte ich an dieser Stelle auch auf passende Initiativen in unserem Städtchen verweisen. Der Verein Bonn im Wandel, der sich aus dem Nachhaltigkeitsaspekt heraus dem Thema Do-it-yourself verschrieben hat, ist dabei die Dingfabrik-Idee einer offenen Werkstatt auch in Bonn umzusetzen. Derzeit gibt es die Bastelnachmittage im Haus Müllestumpe in Graurheindorf allerdings nur ein Mal im Monat. Der nächste Term ist der 9.6.



Kommentare:

  1. Bin zum ersten Mal auf Deinem Blog unterwegs und finde es sehr schön hier. Deswegen habe ich Dich gleich mal zu meiner Blogroll hinzugefügt. Danke für's Sonntagabend ein bisschen netter machen. Jana.

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  2. Hallo,
    das "Ding" aus der Dingfabrik war ein Prototyp für eine Platinenbelichtung mit Hilfe eines Lasers. Das dürften aber nur die wenigsten verstanden haben, ist also nicht weiter schlimm.
    Stricken und Häkeln ist wirklich kein Thema für den "1. Date", ich empfehle da mehr Themen wie Nachhaltigkeit, 3D Drucker, Technik. Oder nenne es "Design", klingt mehr Sexy.

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    1. Danke für die Aufklärung. Um jetzt noch zu wissen, was eine Platinenbelichtung ist, muss ich wahrscheinlich noch ein paar Mal in der Dingfabrik vorbei schauen.

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